Debian - Woody, Sarge und mehr
Zum Thema
Debian ist eine Organisation von Freiwilligen, die sich das Ziel gesetzt hat, eine in technischer und sozialer Hinsicht überlegene Linuxdistribution zu erschaffen. Mit elf unterstützten Hardwarearchitekturen und über 5200 (Woody) bzw. 8500 (Sarge) Programmpaketen ist Debian eine der umfassendsten und vollständigsten Linuxdistributionen.
Der Vortrag führt in die Welt von Debian ein. Er gibt einen Ausblick auf das kommende Release von Debian (Codename "Sarge") aus Sicht des Debian Release Teams und stellt die noch fehlenden Schritte bis zum endgültigen Erscheinen vor.
Ausserdem gibt er einen Ausblick auf das darauf folgende Release (Codename "Etch").
Zum Vortragenden
Andreas Barth ist Debian Release Managers Assistent und Mitglied der Qualitätssicherung des Debian Projekts. Er betreut volatile.debian.net und das automatische Bauen von Binärpaketen für "experimental" (in Zusammenarbeit mit dem Fachgebiet FNB der TU-Darmstadt).
Nach dem Studium der Mathematik an der Ludwig-Maximilians-Universität, München arbeitet er als Software-Ingenieur in einer mittelständischen Firma.
Wenn er nicht gerade für Debian in der Weltgeschichte herumreist, oder im Fahrgastverband PRO BAHN der Deutschen Bahn und den lokalen Verkehrsbetrieben die Leviten liest, tanzt und wandert er gerne oder sieht sich fremde Städte an.
Bericht vom Vortrag: Debian - Woody, Sarge und mehr
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(MarKo) Der mit 35 Zuhörern gut besuchte Vortrag von Andreas Barth begann mit einer kurzen Einführung in die Infrastruktur von Debian. Bei der Vorstellung des Paketmanagements wies er auf die einzigartige Vielfalt an Tools hin. So stehen zur Paketverwaltung Low-Level-Tools wie dpkg ebenso zur Verfügung wie benutzerfreundlichere Anwendungen wie apt-get, aptitude und graphische Anwendungen wie kpackage.
Der Hauptteil des Vortrags widmete sich den Abläufen rund um die Freigabe einer Debian-Distribution. Das Release-Management-Team stellt dabei sicher, dass Pakete, die als stabil freigeben werden, funktionieren und den Debian-Standards entsprechen. Dabei hilft dem Team eine mehrstufige Distributionsstruktur: Ist ein Paket für den stabilen Einsatz vorgesehen, wird es zunächst nach "unstable" hochgeladen. Von dort aus gelangt es nach einer vom Paketmanager selbst wählbaren Zeit ohne Veränderungen (2 bis 10 Tage) automatisch in den "testing"-Zweig, wo es weiter getestet wird. Für die "testing"-Distribution gelten bereits hohe Qualitätsstandards, so dürfen beispielsweise beim Übergang eines Paketes von "unstable" nach "testing" keine anderen bereits in "testing" befindlichen Pakete beeinträchtigt werden. Außerdem muss das Paket auf allen Rechnerarchitekturen übersetzbar sein.
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Von Zeit zu Zeit wird "testing" für stabil erklärt und als "stable" freigeben. Dieser Schritt wird für die nächste Version von Debian (Codename "Sarge") gerade vorbereitet. Dazu gehört die Einrichtung eines Systems für Sicherheitsupdates sowie das "Einfrieren" der "testing"-Distribution. Letzteres bedeutet, dass keine neuen Features mehr eingebaut werden dürfen sondern nur noch schwerwiegende Fehler (release critical bugs) behoben werden.
Nach seinem Vortrag stand Andreas dem Publikum noch eine Stunde für Fragen zur Verfügung. Angesprochen auf die Ziele des Release-Teams für das nächste Debian-Release "Etch" meinte er: "Wir haben mit Sarge viel gelernt - ich hoffe, dass wir bei Etch etwas weniger lernen werden und dafür etwas schneller fertig werden." So soll "Etch" bereits 18 Monate nach "Sarge" freigegen werden - eine deutliche Verkürzung zum vorangegangenen Release-Abstand von mehr als zweieinhalb Jahren.


